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Gasumlage ab Oktober 2022: Definition, Höhe und Rechtsgrundlage

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Droht ein Zusammenbruch des Energiemarktes?

Die Kombination aus ausbleibenden Gaslieferungen und stark angestiegenen Weltmarktpreisen hat dazu geführt, dass viele Gasimporteure in eine finanziell bedrohliche Lage geraten sind. Um die Versorgung mit Gas aufrechtzuerhalten, müssen Unternehmen wie Uniper gerade ihren Lieferverpflichtungen gegenüber den Stadtwerken nachkommen. Ausgefallene Importmengen aus Russland können sie aber kurzfristig nur zu deutlich höheren Marktpreisen ausgleichen. Diese Kosten können die Importeure alleine nicht tragen. Um einem Zusammenbruch des Energiemarkts zu verhindern, hat die Bundesregierung neben einem Rettungspaket auch eine Umlage beschlossen, um die Kosten an die Verbraucher weitergeben zu können. Davon betroffen sind die Kunden sämtlicher Gasversorger und nicht nur derjenigen, die in finanzielle Schieflage geraten sind.

Gasumlage berechnen: Diese Kosten kommen auf Sie zu

Die Berechnung der Umlage dreht sich um die Frage, wie der vertraglich vereinbarte und der aktuelle Einkaufspreis für Gas voneinander abweichen. Die zugrunde liegende Berechnungsformel ist dabei relativ komplex. Zuständig für die Ermittlung der Umlage ist der Trading Hub Europe, bei dem es sich um ein Tochterunternehmen der Fernnetzbetreiber handelt. Dieser hat eine Umlage von 2,419 Cent berechnet. Die Kalkulation basiert auf geheimen Daten. Um diese Berechnung zu ermöglichen, haben alle zwölf aus Russland importierenden Unternehmen ihre Mehrkosten beim Trading Hub eingereicht. Wie hoch die konkrete Mehrbelastung jeweils ausfällt, hängt vom betrachteten Haushalt und dessen Jahresverbrauch ab. Zu beachten ist, dass die Gasumlage 2022 zusätzlich zu den für jede Kilowattstunde zu zahlenden Preisen hinzukommt, die ebenfalls gestiegen sind. Folgende Werte dienen der Orientierung hinsichtlich der zu erwartenden Mehrbelastungen:

  • Jahresverbrauch 5.000 Kilowattstunden (Single-Haushalt): 144 Euro
  • Jahresverbrauch 12.000 Kilowattstunden (Zwei-Personen-Haushalt): 345 Euro
  • Jahresverbrauch 20.000 Kilowattstunden (Vier-Personen-Haushalt): 575 Euro

Bei diesen Angaben handelt es sich um Nettopreise. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent, wodurch die Mehrbelastung noch einmal steigt.

Mit diesen Entlastungen können Verbraucher rechnen

Für die Verbraucherinnen und Verbraucher stellt die Gasumlage 2022 eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Die Bundesregierung möchte diese mit entsprechenden Entlastungen dämpfen. Dabei sind verschiedene Instrumente in der Planung, in den meisten Fällen sind endgültige Entscheidungen hierzu aber noch nicht gefallen.

Teil des Entlastungskonzepts ist zum Beispiel die Energiepreispauschale, bei der es sich um eine Art Steuerkürzung bei der Einkommensteuer in Höhe von 300 Euro handelt. Von dieser einmaligen Maßnahme für das Jahr 2022 sollen alle einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen profitieren.

Im Jahr 2023 soll es dann zu einer Erhöhung des Wohngelds kommen. Das soll zu einer Entlastung einkommensschwacher Haushalte beitragen. Es sind weitere steuerliche Entlastungen geplant, die ähnlich wie die Energiepreispauschale wirken könnten. Die Planungen sind hier aber noch nicht sehr konkret. Möglich wäre es auch, dass es zur Einführung einer sogenannten Übergewinnsteuer kommt. Diese soll Unternehmen steuerlich belasten, die von der Energiekrise profitieren konnten.

Eine Gasumlage für Flüssiggas und Fernwärme sind weiterhin denkbar

Ausnahme Flüssiggas: Nicht von Umlage betroffen

Für die Gasumlage in Deutschland existieren auch Ausnahmen. Diese gelten für Flüssiggas, das aus den Gasen Butan und Propan besteht. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Liquified Petroleum Gas (LPG). Dieses ist von verflüssigtem Erdgas zu unterscheiden, dem Liquefied Natural Gas (LNG). Auskünfte hierzu gibt der Deutsche Verband Flüssiggas. Eine Ausnahme besteht auch für die Fernwärme. Bislang sind Kunden, die Fernwärme in ihrem Haushalt nutzen, von der Gasumlage für Verbraucher nicht erfasst. Das gilt, obwohl Fernwärme fast zur Hälfte aus Gas entsteht. Beachten Sie jedoch, dass Änderungen in Bezug auf Flüssiggas und Fernwärme jederzeit möglich sind. Die Entscheidungen zu diesen Fragen sind noch nicht endgültig gefallen. Eine Gasumlage auch für Flüssiggas und eine Gasumlage für Fernwärme sind also weiterhin denkbar.

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