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„Es geht nicht darum, zu sparen und kein Leben mehr zu haben”

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Ziegert EverEstate: Kateryna, was war dein Kaufmotiv?

Kateryna Kosenkova: Ich lebe nun seit sieben Jahren in Berlin und habe in den letzten vier oder fünf Jahren angefangen, bewusst zu sparen. Ich habe schon immer überlegt, wie ich mein Geld investieren könnte, denn in Deutschland erwirtschaften Ersparnisse auf dem Bankkonto keinerlei Gewinn. Jetzt, im Zuge der Negativzinsen, zahlt man sogar für sein Erspartes. Anstatt einen Wertverlust in Kauf zu nehmen, habe ich mich also entschlossen, mein Geld zu investieren. Ich denke, dabei ist es besonders wichtig, dass man versteht, worin man investiert – also die Branche oder die Anlageart. Und da ich selbst in der Immobilienbranche arbeite, weiß ich, wie sich der Markt entwickelt. Zudem habe ich das Gefühl, dass es sich um eine greifbare Investition handelt, die ich real besitzen kann. Außerdem offenbart sie die Möglichkeit, sich niederzulassen und einen Ort sein Eigen zu nennen.

Wie hast du genug Eigenkapital angesammelt?

Kateryna Kosenkova: Es geht nicht darum, nur zu sparen und dabei kein Leben mehr zu haben. Sondern darum, beides auf intelligente Art und Weise zu tun. Ich habe das Gefühl, dass viele Leute denken, sparen sei schwierig und man brauche 15 Jahre, um genug Geld zu haben, um sich einen Kauf leisten zu können. Aber das ist nicht immer der Fall. Es ist durchaus möglich, auf intelligente Weise zu sparen, indem man sich keinen allzu engen Zeitrahmen setzt. Das heißt, du entscheidest selbst, wie viel Geld du jeden Monat beiseitelegen und zu einer unantastbaren Reserve machen willst. Wenn du ein höheres Gehalt hast, erhöhst du das Sparziel schrittweise, aber es sollte nicht mehr als ein Drittel des Gehalts ausmachen. Auf diese Weise reist du immer noch an schöne Orte, triffst dich mit Freunden, kaufst schöne Dinge und genießt das Leben – ganz ohne das schlechte Gewissen, zu viel Geld ausgegeben zu haben.

„Bereits auf dem Weg zur Wohnung hatte ich ein gutes Gefühl und verliebte mich in die Umgebung.”

Was hat dich an der Wohnung besonders gereizt?

Kateryna Kosenkova: Ich habe mir das entsprechende Angebot auf unserer Website angeschaut und die Bilder waren wunderschön. Es handelt sich um einen wirklich schönen Altbau aus dem Jahre 1906 mit einem warmen, gemütlichen Ambiente. Die Wohnung wurde sehr professionell fotografiert. So konnte ich die Renovierungen, die angenehme Helligkeit und all die schönen kleinen Details gut erkennen. Ich kontaktierte meine Maklerin Lilly und wir statteten der Wohnung einen persönlichen Besuch ab. Bereits auf dem Weg zur Wohnung, die Straße entlang, hatte ich ein gutes Gefühl und verliebte mich in die Umgebung und die Wohnung selbst. Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Manchmal weiß man einfach, das ist es. Ich hatte nicht viel Zeit, um mich zu entscheiden, denn es gab viele Interessenten. Also musste ich schnell handeln. Aber wenn ich mir nicht sicher gewesen wäre, hätte ich es nicht getan. Was ich online und dann in der Realität gesehen habe, stimmte hier einfach zu hundert Prozent überein.

Gab es 'Must-haves' und wenn ja, welche?

Kateryna Kosenkova: Ich war offen für Alt- und Neubau, entschied mich aufgrund der gestiegenen Baukosten schlussendlich aber doch gegen einen Neubau. Außerdem ist es mit einem Altbau einfacher, weil man ihn schon besichtigen kann. Und am Ende des Tages bevorzuge ich Altbauten, weil sie mehr Seele haben: Ich liebe ihre Geschichte und ihren Charme. Zudem wollte ich mindestens zwei Zimmer haben, damit mehr Raum zum Schlafen und Arbeiten bleibt. Ein Balkon war ebenfalls ein Muss. Und ich wollte keine Wohnung im Erdgeschoss. Wichtig war auch die Südausrichtung, damit die Zimmer von viel natürlichem Licht profitieren. Außerdem war ich auf der Suche nach einer schlüsselfertigen Immobilie, weil ich die Renovierung nicht selbst organisieren wollte.

Wie lange dauerte der Kaufprozess insgesamt?

Kateryna Kosenkova: Ab dem Zeitpunkt, an dem man die Wohnung reserviert und die Finanzierung genehmigt wurde (was bis zu zwei Wochen dauern kann), dauert es in etwa 30 bis 40 Tage, bis man die Schlüssel für die Wohnung erhält. Das hängt davon ab, wie beschäftigt das Notariat ist und wie schnell man die Grundsteuer bezahlt. Dann tauscht der Bauträger die Schlösser aus und man bekommt die Schlüssel ausgehändigt. Das geht also alles ziemlich schnell.

Gab es Hindernisse und wie hast du sie überwunden?

Kateryna Kosenkova: Ganz ehrlich: Ich bin sehr zufrieden mit Lilly. Sie arbeitet sehr gut und konnte alle nötigen Dokumente sehr schnell organisieren. Bei den Finanzierungsprozessen kannte ich mich allerdings nicht besonders gut aus. Jede Bank verfährt da anders. Wenn man beispielsweise einen Altbau kaufen möchte, können die Banken einem nicht sofort ein Angebot machen, sondern nur einen Kostenvoranschlag. Dann schicken sie einen Prüfer zum Objekt, der es bewertet und dir daraufhin den endgültigen Preis nennt. Internationale, größere Banken tun das nicht. Hier sind die Raten fest. Abhängig von deiner persönlichen Situation können Banken also alles mit verschiedenen, für sie passenden Zinssätzen durchspielen. Das kann ein zeitaufwändiger Prozess sein.

Von der Reservierung der Wohnung bis zur Schlüsselübergabe vergingen 30 bis 40 Tage.

Gab es etwas, das dich überrascht hat?

Kateryna Kosenkova: Als ich gefragt habe, wann ich einziehen könne und als Antwort hörte, innerhalb der nächsten Monate, war ich geschockt. Wenn alles fertig ist, kann es so schnell gehen. Den einen Abend sitzt man noch in seiner Mietwohnung und ein paar Monate später hat man sein eigenes Zuhause. Da ist es wichtig, seine Mentalität von der eines Mieters zu der eines Eigentümers zu ändern. Denn in dem einem Moment sind die Ersparnisse noch da und dann sind sie plötzlich weg. Aber sie haben sich ja nur verlagert und wurden nun investiert. Ich kann mir gut vorstellen, dass es für Menschen, die hart für ihre Ersparnisse arbeiten mussten, anfangs schwierig sein kann, sich auf ein Leben ohne diese Ersparnisse einzustellen.

Welchen Rat würdest du Erstkäufern mitgeben?

Kateryna Kosenkova: Ich würde sagen, sofern man für sich selbst kauft, ist es wirklich wichtig, dass man ein gutes Gefühl bei der Immobilie hat. Neben all den anderen Dingen, die für eine Wohnung wichtig sind, sollte man sie besichtigen und feststellen, ob man sich vorstellen kann, dort zu leben. Manchmal scheint eine Wohnung auf dem Papier perfekt zu passen. Doch wenn du sie dann mit eigenen Augen siehst, erkennst du, dass sie nicht das Richtige für dich ist. Die Chemie, die emotionale Verbindung zwischen Interessenten und der Immobilie ist unglaublich wichtig. Du solltest dir vorstellen können, dort zu leben, eine Familie zu gründen, dich weiterentwickeln zu können – darauf kommt es an. Bei einer so langfristigen Bindung solltest du dich in deiner eigenen Wohnung nicht wie ein Fremder fühlen. Wenn wir eine Wohnung mieten, ist das etwas ganz anderes, denn wir können uns nicht vorstellen, dort 50 Jahre lang zu leben. Doch wenn man eine Wohnung kauft, sollte sich ein schwer messbares Gefühl einstellen. Wenn du diese Wohnung gefunden hast, merkst du es.

Happy End für die frischgebackene Wohnungsbesitzerin

Kateryna leitet als Head of Marketing bei Ziegert EverEstate das Online-Marketing- und Kreativ-Team. Sie setzte sich schließlich mit Tayfun von der ZEE-Finanzierungsabteilung zusammen, um ihre ideale Hypothekenoption als nicht-deutsche Käuferin zu finden, und hat den Kauf ihrer Wohnung bereits abgeschlossen. Noch in diesem Sommer plant sie, in ihr neues Zuhause einzuziehen.

Deutsche Übersetzung: Ina Schulze

Verfasst von:

Catherine Norris

Die aus Tennessee stammende Catherine liebt es, über ihr neues Zuhause in Berlin zu schreiben. Ob über aktuelle Interior Trends oder die neuesten Entwicklungen auf dem deutschen Immobilienmarkt: Catherine weiß Bescheid.

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