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Teuerungen auf breiter Front: Das Marktphänomen Stagflation erklärt

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Definition, Erläuterung und Beispiele

Eine Stagnation plus Inflation gilt als besonders gefährlich aufgrund der negativen wirtschaftlichen Effekte, die hier zusammenwirken. Höhere Preise sind zum Beispiel für Verbraucher ein Problem, weil ihre Kaufkraft sinkt. Gleichzeitig entlassen die Unternehmen Mitarbeiter, um ihre Kosten zu senken. Dadurch lässt sich es nicht vermeiden, dass die Betroffenen ihre Konsumausgaben reduzieren müssen. Die Wirtschaftsteilnehmer treffen also bei sinkenden Einkommen auf höhere Preise. Das wichtigste Beispiel für eine Stagnation plus Inflation ist die Ölkrise der 1970er-Jahre. Sprunghaft gestiegene Ölpreise lösten die Krise aus, sie nahm in den USA ihren Anfang. Heute gilt diese Ölkrise als das Ende des Wirtschaftsbooms in der Nachkriegszeit.

Wie wird die Stagflation in Deutschland bekämpft?

Stagnation plus Inflation gilt als ein Phänomen, das sich wirtschaftspolitisch nur schwer bekämpfen lässt. Es existieren in diesem Zusammenhang keine Patentrezepte, auf welche die Politik zurückgreifen könnte. Daher ist es erforderlich, jedes Mal situationsabhängige Lösungsansätze zu entwickeln. Die Ökonomen schlagen für die Bekämpfung eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik vor. Dabei handelt es sich um alle Maßnahmen, die auf der Angebotsseite der Volkswirtschaft ansetzen. Zu geeigneten Instrumenten gehört etwa eine Senkung der gesetzlichen Lohnnebenkosten.

Die Bundesregierung setzt zur Bekämpfung auf das Mittel der Fiskalpolitik. Dazu gehört das Entlastungspaket 2, in dessen Rahmen die Regierung zum Beispiel eine einmalige Energiepreispauschale zahlt, ebenso wie einen einmaligen Kinderbonus. Auf diese Weise lässt sich die Gesamtnachfrage eventuell stimulieren. Das Risiko bei dieser Vorgehensweise besteht darin, dass die Maßnahme zwar dem schwachen Wirtschaftswachstum entgegenwirken kann. Gleichzeitig existiert die Gefahr, damit das Problem der Inflation zu verschärfen.

Als krisensichere Anlageklasse trotzen Rohstoffe in Zeiten der Stagflation dem allgemeinen Negativtrend

Effekte der Stagflation auf den Immobilienmarkt

Eigentümer von Immobilien sind bei der Kombination aus Stagnation und Inflation besonderen Risiken ausgesetzt. Eigentlich gelten Häuser und Wohnungen als Sachwerte zu den sicheren Investitionen in einem Umfeld mit hoher Inflation. Viele Anleger setzen für den Inflationsschutz bewusst auf Immobilien. Das Problem stellt in diesem Zusammenhang jedoch die Abkühlung der Wirtschaft dar.

Denn bei nachlassender Wirtschaftsleistung geht auch die Investitionsneigung zurück. Konkret bedeutet diese Entwicklung, dass es Ihnen schwerer fällt, Käufer für Ihre Immobilie zu finden. Selbst wenn Sie einen Kaufinteressenten haben, müssen Sie davon ausgehen, dass der Verkaufspreis eventuell nicht Ihren Vorstellungen entspricht. Damit fällt es schwerer, den Inflationsschutz umzusetzen.

Auch in Hinblick auf die Renditeerzielung über die Miete können Schwierigkeiten auftreten. Investoren in Immobilien könnten Probleme haben, Mieter zu finden, die den gewünschten Preis zu zahlen bereit sind. Denn bei einer Stagnation plus Inflation gehen zumindest in einigen Branchen die Löhne zurück. Je nach Standort kann das Auswirkungen auf die Vermietbarkeit von Objekten haben.

Inflation vs. Stagflation: Das sind die Unterschiede

Hierbei handelt es sich um zwei wirtschaftliche Phänomene, die eng miteinander zusammenhängen und doch deutliche Unterschiede aufweisen. Eine Inflation liegt dann vor, wenn die Preise steigen. Genauer handelt es sich um einen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Das verteuert den Einkauf im Supermarkt ebenso wie den Einkauf durch die Unternehmen. Allerdings steigen im Rahmen der Inflation auch die Löhne, die ebenfalls zu den Preisen gehören. Denn Löhne sind Preise, die Unternehmen für Arbeit zahlen müssen.

Steigen die Löhne langsamer als die Inflation, kommt es zu einem Reallohnverlust. Die Verbraucher haben weniger Geld für Konsum zur Verfügung, ihre Kaufkraft sinkt. Das Besondere an der Kombination aus Stagnation und Inflation im Vergleich zur reinen Inflation besteht darin, dass zwar die Preise auf breiter Front steigen, die Löhne sich jedoch nicht ändern oder sogar zurückgehen.

Denn im Stagnations-Szenario kommt es zu einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums. Einige Unternehmen müssen eventuell Arbeitskräfte entlassen. Dadurch haben die Menschen weniger Einkommen aus abhängiger Beschäftigung zur Verfügung, womit sie aber gleichzeitig höhere Preise bezahlen müssen. Aus diesem Grund gilt eine Kombination aus Stagnation und Inflation als gefährlich.

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